Abhandlung der Studie Mazda RX Evolve

Mazda RX-Evolve – die Entstehung

Auch wenn sich einige Frontdetails der 1999 gebauten und vorgestellten Studie Mazda RX Evolve klar unterscheiden, so sind doch die Gemeinsamkeiten mit dem ab 2003 gebauten Wankel-Sportler Mazda RX-8 mehr als frappierend.

Die augenfälligsten Übereinstimmungen der Studie mit der Serie sind die weit ausgestellten Radhäuser und die ultra-kurzen Überhänge der Karosserie. Als identisch können die Dachlinie und das innovative Vier-Türen-Konzept mit den sich gegenüberstehenden Tüflügeln ohne B-Säule bezeichnet werden. Das englische Wort “envolve” heißt übersetzt entsprechend etwa “entstehen” oder “sich entwickeln”.
Als “sportlichstes viertüriges Fahrzeug der Welt” und “ein innovativer Sprung ins neue Jahrtausend” wurde der Evolve bei seiner Vorstellung auf der Tokyo Motor Show euphorisch betitelt.

Nicht zwingend eine Übertreibung, denn im Evolve arbeitet eine neue Generation des Wankel- oder Kreiskolbenmotors, den Mazda als einziger Autohersteller der Welt bis heute in seinem Programm hat und der kontinuierlich weiter entwickelt wird. Dieser Renesis (Rotary Engine´s Genesis) genannte Zwei-Scheiben-Motor punktet im Evolve mit Rennsport verdächtigen Daten: 280 PS (206 kW) bei 9.000 Umdrehungen pro Minute, 226 Nm Drehmoment bei 8.000 Umdrehungen pro Minute und eine Maximaldrehzahl von 10.00 Umdrehungen pro Minute.

Das sind beeindruckende Zahlen, selbst wenn man bedenkt, dass für einen Wankelmotor andere Gesetze gelten als für eine Hubkolbenmaschine. Leider konnte diese Performance nicht in die Serie umgesetzt werden. Der Serien-Renesis-Motor, der aktuell im RX-8 rotiert, bringt es “nur” auf 231 PS bzw. 170 kW.
Dagegen ist das heute fast schon legendär zu nennende Front-Mittelmotor-Konzept mit der 50:50 Achslastverteilung ein Prinzip, das auf den Evolve zurück geht und das unmittelbar in die Serie umgesetzt werden konnte.

In Verbindung mit dem leichten und tief liegenden Wankelmotor verleiht diese Anordnung dem Fahrzeug eine optimale Schwerpunktlage und eine kaum zu überbietende Agilität. Features die nicht den Weg in die Serie fanden, sind die futuristischen, fast senkrecht stehenden Scheinwerfer, die eher an Schlitze denn an Leuchten erinnern. Das abnehmbare zweigeteilte Dach und die den gesamten Vorderwagen umfassende Motorhaube des Evolve hätten wahrscheinlich die Karosseriesteifigkeit in der Serie zu sehr geschwächt und wurden ebenfalls nicht weiter verfolgt.

Auch der die Front prägende überbreite Lufteinlaßschlitz des Evolve war für den RX-8 zu gewagt. 2006 legte der Konzern eine limitierte, 500 Fahrzeuge umfassende Sonderedition namens Mazda RX-8 Evolve auf, die an den “Vater des RX-8″ erinnern sollte. Die sich aber letztlich nicht dem Design des Ur-Envolve annäherte.

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